Coverfoto © Atef Safadi/epa/picturedesk.com

Franz Hammerbacher
Bravo Hotel

360 Seiten, Flexcover, Fadenheftung
€ 22,– inkl. MwSt
ISBN 978-3-902113-71-9

Erschienen im September 2010
in der Edition Korrespondenzen, Wien
[Im Buchhandel vergriffen; beim Verlag sind noch einige wenige Exemplare erhältlich.]

Bravo Hotel

Das Österreichische Bundesheer (BH), im Militäralphabet als BRAVO HOTEL buchstabiert, ist ein Verband, in dem nicht nur gekämpft, sondern auch gewohnt wird, bei Rundumverpflegung und mit strenger Hausordnung. Als Grundregel gilt: Man ist nie allein. Alles wird mit Kameraden geteilt, auch die Privatsphäre.

Franz Hammerbacher, der sich als einfacher Soldat auf dieses soziale Abenteuer eingelassen hat, führte während zweier Friedenseinsätze auf dem Balkan und im Nahen Osten ein Journal, in dem der hehre Begriff Peacekeeping in seine alltäglichen Einzelheiten zerlegt wird.

Was hat die Kosovo-Schutztruppe zu tun, wenn Peter Handke nach Velika Hoča reist? Wer lädt zu einem »Benefizschießen« mit der Kalaschnikow? Und warum schauen UN-Blauhelme den ganzen Tag lang syrischen Bauern bei der Tomatenernte zu? Kurzum: Wir erfahren, womit Soldaten im Friedenseinsatz sich beschäftigen und womit sie beschäftigt werden. Wir erfahren von Wachvergehen, von gestiefelten Pfarrern und einem Kommandeur, der seinen Espresso mit »Kaffee marsch!« bestellt – in einem Buch, das eine überraschend andere Sicht auf das soldatische Leben eröffnet.



Die Fotos in den nachstehenden Alben verstehen sich als Bonusmaterial zu »Bravo Hotel«. Sie stammen aus den Jahren 2007–2009, als es noch keine Smartphones mit brauchbaren Kameras gab. Die Bilder wurden mit einem Klapphandy, dessen Kamera heiße 1,3 Megapixel hatte (Teil I: Kosovo), bzw. einer digitalen Kompaktkamera, die weniger als 100 Euro kostete (Teil II: Golan), aufgenommen. Ich habe sie nicht nachbearbeitet.

Teil I

Bild 1 von 57

Ein Schlafsaal für 48 Mann, der durch halbhohe Trennwände in Kojen zu 8 Mann gegliedert ist. Stockbetten, desolate Spinde, graue Wolldecken mit angenähtem Etikett »Erzeugungsjahr 1978«.

Teil II

Bild 61 von 113

Auf der obersten Stacheldrahtzeile des Stützpunkttors sitzt ein Vogel, wie die Elster auf dem Gatter in dem berühmten Bild von Claude Monet (La Pie). Eine gefiederte Note auf den Linien eines Notenblatts, die quer über den Hof von Position 37 tschilpt. Signale, die dem Funkverkehr auf deinem Radioset ein sonores Double bieten. Was sich dem aus der WaPo-Box spähenden Wachsoldaten zeigt, ist ein klingendes Tableau in Erdtönen, Steinfarben und Licht. Natura viva. Die Spuren im Schotter, wo zuvor die Fahrzeuge standen. Der halb verlassene Stützpunkt. Spuren vom Fest der Gemeinsamkeit, das hier gefeiert wird, indem man Dienst versieht.

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